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Prüfdaten für Luftfilter erklärt: Was B2B-Einkäufer vor der Bestellung prüfen sollten

HLK-Luftfilter mit technischen Prüfberichten zu Effizienz, Volumenstrom und Druckverlust.

Eine angegebene Filtereffizienzklasse oder ein niedriger Angebotspreis reichen nicht aus, um Luftfilter zuverlässig miteinander zu vergleichen.

Für Einkaufsteams, HLK-Fachunternehmen, Facility Manager, Reinraumingenieure, Händler und OEM-Einkäufer lautet die entscheidende Frage daher:

Welche Prüfdaten belegen die angegebene Filterleistung?

Zwei Filter können jeweils als F7, MERV 13, ISO ePM1 oder H13 bezeichnet sein und sich dennoch hinsichtlich Nennvolumenstrom, Anfangsdruckverlust, Filtermedienfläche, Rahmenkonstruktion, Dichtungsausführung, Abmessungen und erwarteter Standzeit unterscheiden.

Die Auswertung von Prüfdaten für Luftfilter hilft Einkäufern, Produkte unter vergleichbaren Bedingungen zu bewerten und eine Auswahl zu vermeiden, die ausschließlich auf der Effizienzklasse oder dem Stückpreis basiert.

Für Filter der allgemeinen Lüftung klassifiziert ISO 16890 die Produkte anhand ihrer Abscheideeffizienz gegenüber Feinstaub und legt Anforderungen an die Bewertung, Kennzeichnung und Dokumentation der Prüfergebnisse fest. MERV basiert auf der ASHRAE-Norm 52.2. HEPA- und ULPA-Filter werden nach ISO 29463 bewertet. Dazu gehören die Abscheideeffizienz im MPPS-Bereich und Leckageprüfungen.

Warum Prüfdaten wichtig sind

Ein Filterdatenblatt sollte als vollständige technische Dokumentation geprüft werden.

Dieselbe nominelle Effizienzklasse garantiert nicht dieselbe Leistung unter realen Betriebsbedingungen. Unterschiede können unter anderem folgende Punkte betreffen:

  • Nennvolumenstrom
  • Anfangsdruckverlust
  • empfohlener Enddruckverlust
  • Filtertiefe
  • Filtermedienfläche
  • Staubspeicherfähigkeit
  • Rahmenmaterial
  • Position der Dichtung
  • Leckageverhalten
  • Prüfverfahren und Prüfbedingungen

Die richtige Vergleichsfrage lautet nicht:

Welcher Filter hat die höchste Effizienzklasse?

Sondern:

Bei welchem Filter ist die Leistung beim erforderlichen Volumenstrom nachgewiesen, während Druckverlust, Abmessungen und Konstruktion für die jeweilige Anwendung geeignet sind?

TOPAS-Prüfgerät zur technischen Prüfung von Luftfiltern.

1. Prüfdaten zur Abscheideeffizienz

Prüfen Sie grundsätzlich, welche Norm die angegebene Abscheideeffizienz belegt.

Norm Hauptanwendungsbereich
ISO 16890 Filter für die allgemeine Lüftung
ASHRAE 52.2 / MERV Filter für die allgemeine Lüftung, insbesondere in Nordamerika
EN 779 Frühere europäische Spezifikationen
ISO 29463 / EN 1822 HEPA- und ULPA-Filter

ISO 16890 verwendet die Klassifizierungen ISO Coarse, ISO ePM10, ISO ePM2,5 und ISO ePM1. MERV basiert auf Prüfungen der Partikelabscheideeffizienz nach ASHRAE 52.2. ISO 29463 behandelt die Klassifizierung, Prüfung und Kennzeichnung von Hochleistungsfiltern sowie deren Abscheideeffizienz im MPPS-Bereich.

Bevor Sie Angaben zur Abscheideeffizienz akzeptieren, sollten Sie Folgendes prüfen:

  • Ist die zugrunde liegende Norm eindeutig angegeben?
  • Bezieht sich das Ergebnis auf das konkrete Produktmodell und die entsprechende Filtertiefe?
  • Handelt es sich um das Prüfergebnis eines bestimmten Produkts oder lediglich um eine allgemeine Aussage zu einer Produktfamilie?
  • Fällt der Filter in den Anwendungsbereich der angegebenen Norm?
  • Bezieht sich der Effizienzwert auf einen bestimmten Volumenstrom?

MERV, ISO 16890, EN 779 und HEPA-Klassen sollten nicht als direkt gleichwertige Klassifizierungen betrachtet werden.

Weiterführender Artikel: ISO 16890 vs. MERV vs. EN 779

2. Nennvolumenstrom und Prüfbedingungen

Die Leistung eines Filters verändert sich mit dem Volumenstrom.

Ein Filter, der bei 2.000 m³/h geprüft wurde, sollte nicht direkt mit einem anderen Filter verglichen werden, der bei 3.400 m³/h geprüft wurde. Ein höherer Volumenstrom kann die Anströmgeschwindigkeit und den Druckverlust erhöhen und zugleich das Beladungsverhalten des Filters beeinflussen.

Bitten Sie den Lieferanten, folgende Angaben zu bestätigen:

  • Nennvolumenstrom pro Filter
  • Gesamtvolumenstrom durch die Filterbank
  • Filterabmessungen und Filtertiefe
  • Anströmgeschwindigkeit, sofern verfügbar
  • Einheit des Volumenstroms: m³/h, l/s oder CFM
  • Angabe, ob es sich um den nominalen, empfohlenen oder maximalen Volumenstrom handelt

ISO 16890 legt definierte Prüfverfahren und Anwendungsgrenzen für Filter der allgemeinen Lüftung fest.

Vergleichen Sie Filter nur bei vergleichbaren Volumenströmen und Abmessungen.

3. Anfangsdruckverlust

Der Anfangsdruckverlust bezeichnet den Widerstand, den ein sauberer Filter bei einem festgelegten Volumenstrom erzeugt.

Er wird üblicherweise in Pascal oder Zoll Wassersäule angegeben. Dieser Wert ist wichtig, sollte jedoch nicht isoliert als Einkaufskriterium betrachtet werden.

Ein niedrigerer Anfangsdruckverlust kann unter anderem auf folgende Faktoren zurückzuführen sein:

  • geringere Abscheideeffizienz
  • kleinere Filtermedienfläche
  • geringere Filtertiefe
  • abweichende Volumenstrombedingungen
  • unterschiedliche Filterkonstruktion

ASHRAE weist darauf hin, dass eine höhere Filtereffizienz den Druckverlust erhöhen kann. Dadurch kann der Energiebedarf des Ventilators steigen oder der Volumenstrom sinken, wenn das System den zusätzlichen Widerstand nicht ausgleichen kann.

Vergleichen Sie den Anfangsdruckverlust nur dann, wenn die Filter hinsichtlich der folgenden Punkte übereinstimmen:

  • Nennvolumenstrom
  • Frontabmessungen und Filtertiefe
  • zugrunde liegende Prüfnorm
  • Filtertyp
  • Prüfbedingungen

Weiterführender Artikel: Druckverlust bei Luftfiltern

4. Empfohlener Enddruckverlust

Der Enddruckverlust ist der empfohlene Druckverlustwert, bei dem ein Filter ausgetauscht werden sollte.

Der Enddruckverlust ist kein Wert, der grundsätzlich maximiert werden sollte.

Ein höherer Enddruckverlust kann zwar dazu führen, dass ein Filter länger in Betrieb bleibt. Gleichzeitig kann er jedoch den Energieverbrauch des Ventilators erhöhen, den Volumenstrom verringern und die Raumdruckverhältnisse oder die Prozessstabilität beeinträchtigen.

Einkäufer sollten folgende Punkte bestätigen:

  • empfohlener Enddruckverlust
  • verfügbare Ventilatorkapazität
  • Vorhandensein einer Differenzdrucküberwachung
  • ob der Filterwechsel abhängig vom Betriebszustand oder nach einem festen Zeitplan erfolgt
  • ob nachgeschaltete Filter vor übermäßiger Staubbeladung geschützt werden müssen

Der Enddruckverlust sollte als Bestandteil eines Wartungsplans betrachtet werden und nicht als Nachweis dafür, dass ein Filter automatisch besser ist.

Weiterführender Artikel: Planung des Luftfilterwechsels

Prüfaufbau für einen gewerblichen Luftfilter mit Messgeräten zur Erfassung von Volumenstrom und Druckverlust.

5. Prüfdaten zu Leckage und Dichtheit

Leckagedaten sind insbesondere bei HEPA- und ULPA-Filtern sowie bei Projekten in Reinräumen, im Gesundheitswesen, in der pharmazeutischen Industrie, der Elektronikfertigung und in kontrollierten Produktionsumgebungen von großer Bedeutung.

Selbst ein hocheffizienter Filter kann hinter der erwarteten Leistung zurückbleiben, wenn Luft aus folgenden Gründen am Filtermedium vorbeiströmt:

  • Spalten am Rahmen
  • unzureichende Kompression der Dichtung
  • ungeeignete Passung im Filtergehäuse
  • beschädigtes Dicht- oder Vergussmaterial
  • unsachgemäße Installation

ISO 29463 umfasst scanbasierte Verfahren zur Leckageprüfung von Hochleistungsfilterelementen.

Fordern Sie bei HEPA- oder ULPA-Projekten folgende Angaben an:

  • Effizienzklasse und Prüfergebnis
  • Anforderungen an die Leckage- oder Scanprüfung
  • Dichtungstyp und Position der Dichtung
  • Rahmenmaterial
  • Details zur Gel- oder Dichtungsabdichtung
  • Kompatibilität mit dem Filtergehäuse
  • Luftstromrichtung
  • gegebenenfalls Inspektions- oder Abnahmeanforderungen

Weiterführender Artikel: HEPA- und ULPA-Filter im Vergleich

6. Abmessungen, Materialien und Konstruktion

Eine unzureichende Passform kann die Leistung eines hochwertigen Filtermediums beeinträchtigen.

Eine Nenngröße wie 24 × 24 × 12 Zoll entspricht möglicherweise nicht den tatsächlichen Außenabmessungen. Bei Ersatzfiltern und kundenspezifischen Projekten sollten Sie daher folgende Angaben bestätigen:

  • tatsächliche Breite, Höhe und Tiefe
  • Nenngröße
  • Maßtoleranzen
  • Rahmentiefe
  • Angaben zu Anschlussrahmen, Header oder Flansch
  • Position der Dichtung
  • Einbaurichtung

Prüfen Sie außerdem:

  • Art des Filtermediums
  • Rahmenmaterial
  • Art des Dicht- oder Vergussmaterials
  • Feuchtigkeitsbeständigkeit
  • Temperaturgrenze
  • Korrosionsbeständigkeit
  • Aktivkohletyp und Aktivkohlemenge bei Gasphasenfiltern

Diese Angaben sind insbesondere in Reinräumen, Lackierkabinen, industriellen Abluftanlagen, der Lebensmittelverarbeitung, Außenluftsystemen und Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit von Bedeutung.

Weiterführende Artikel:

7. Welche Dokumente sollten Einkäufer anfordern?

Für die meisten B2B-Projekte sollten Einkäufer folgende Unterlagen anfordern:

  1. Produktdatenblatt

    Angaben zu Effizienz, Abmessungen, Volumenstrom, Druckverlust, Materialien und Filtertyp.

  2. Prüfbericht

    Ergebnisse für ein geprüftes Muster oder eine geprüfte Produktkonfiguration.

  3. Nachweis der Effizienzklassifizierung

    Nachweis nach ISO 16890, MERV, ISO 29463 oder einer anderen relevanten Norm.

  4. Druckverlustdaten

    Anfangsdruckverlust beim Nennvolumenstrom und empfohlener Enddruckverlust.

  5. Maßzeichnung

    Besonders wichtig für kundenspezifische Filter, Ersatzfilter, Filter mit Dichtung, HEPA-Filter und seitlich einschiebbare Filter.

  6. Materialdeklaration

    Angaben zu Filtermedium, Rahmen, Dichtung, Dicht- oder Vergussmaterial, Temperaturbeständigkeit und Eignung für die jeweilige Betriebsumgebung.

  7. Inspektions- oder Leckageprotokolle, sofern erforderlich

    Insbesondere für HEPA- und ULPA-Filter, Reinräume und andere kritische Anwendungen.

8. Prüfbericht und Zertifizierung

Diese Begriffe sind nicht gleichbedeutend.

Prüfbericht

Ein Prüfbericht dokumentiert das Ergebnis für ein bestimmtes Muster, eine bestimmte Produktkonfiguration oder definierte Prüfbedingungen. Er kann von einem internen oder externen Labor erstellt werden.

Ein solcher Bericht bedeutet nicht automatisch, dass jede zukünftige Produktionscharge dieselbe Leistung erbringen wird.

Prüfung durch eine unabhängige Stelle

Eine solche Prüfung wird von einer unabhängigen Organisation durchgeführt. Sie kann ein höheres Vertrauen in die Unabhängigkeit der Ergebnisse schaffen. Dennoch sollten Einkäufer die Identität des geprüften Musters, das Berichtsdatum, das Prüfverfahren und die Übertragbarkeit auf das tatsächlich bestellte Produkt prüfen.

Produktzertifizierung

Eine Produktzertifizierung umfasst in der Regel ein fortlaufendes Zertifizierungsprogramm mit festgelegten Regeln und Leistungsnachweisen. Sie unterscheidet sich von einem einmaligen Prüfbericht.

Managementsystemzertifizierung

Eine Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems, beispielsweise nach ISO 9001, bezieht sich auf das Managementsystem einer Organisation. Sie belegt nicht, dass ein bestimmtes Filtermodell definierte Anforderungen an Effizienz, Druckverlust oder Leckageprüfungen erfüllt.

9. Checkliste für den Lieferantenvergleich

Bevor Sie Angebote vergleichen, sollten Sie sicherstellen, dass beide Lieferanten hinsichtlich der folgenden Punkte vergleichbare Spezifikationen anbieten:

  • Filterabmessungen und Filtertiefe
  • Nennvolumenstrom
  • zugrunde liegende Effizienz- und Prüfnorm
  • Prüfverfahren
  • Anfangsdruckverlust
  • empfohlener Enddruckverlust
  • Art des Filtermediums
  • Rahmenkonstruktion
  • Dichtungsausführung und Abdichtungskonzept
  • erforderliche Dokumentation
  • Eignung für die vorgesehene Anwendung

Ein niedrigeres Angebot kann auf eine kleinere Filtermedienfläche, eine leichtere Konstruktion, abweichende Prüfbedingungen oder weniger dokumentierte Kontrollen zurückzuführen sein.

Scanbasierte Leckageprüfung eines HEPA-Filters durch einen Techniker.

Angebot für einen kundenspezifischen Luftfilter anfordern

Damit ein präzises Angebot erstellt werden kann, sollten Sie das aktuelle Filterdatenblatt, die tatsächlichen Abmessungen, den Nennvolumenstrom, die erforderliche Effizienz, den Zielwert für den Anfangsdruckverlust, Angaben zur Anwendung, die Anforderungen an die Dichtung sowie die voraussichtliche Bestellmenge bereitstellen.

Auf dieser Grundlage können Lieferanten ein geeignetes Produkt entsprechend den tatsächlichen Betriebsbedingungen empfehlen, anstatt sich ausschließlich an der Filterbezeichnung zu orientieren.

FAQ

Welche Prüfdaten für Luftfilter sind am wichtigsten?

Prüfen Sie zunächst die Effizienzklassifizierung, den Nennvolumenstrom, den Anfangsdruckverlust, die Abmessungen, die Ausführung des Filtermediums, den empfohlenen Enddruckverlust und die Angaben zur Abdichtung.

Können zwei MERV-13-Filter unterschiedliche Druckverluste aufweisen?

Ja. Sie können sich hinsichtlich der Filtermedienfläche, der Filtertiefe, der Volumenstromauslegung, der Rahmenkonstruktion und der Prüfbedingungen unterscheiden.

Bedeutet ein Prüfbericht, dass das Produkt zertifiziert ist?

Nein. Ein Prüfbericht dokumentiert ein Prüfergebnis. Produktzertifizierung und Managementsystemzertifizierung sind separate Begriffe.

Benötigen HEPA-Filter Prüfdaten zur Leckage?

Bei vielen Reinraum- und anderen kritischen Anwendungen ja. Einkäufer sollten die Integritätsprüfung, die Dichtungsausführung, die Passung im Filtergehäuse und die jeweiligen Abnahmeanforderungen prüfen.

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